„Meet the writer“ – in dieser Serie hat mich Klara Bellis interviewt. Auf 7 Fragen folgen 7 Antworten. Los geht es!
MEET THE WRITER – Sieben Fragen an Autor André Kudernatsch
Von Klara Bellis
Seine Wurstgedichte dürften inzwischen Legende sein. Doch er schreibt noch viel mehr, wenn er nicht gerade eine Lesung hält oder auf seinen Wanderungen den Thüringer Wald unsicher macht.
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1.) Warum schreibst du?
Das macht mir Spaß. Ich habe schon als Kind damit angefangen und über das Leben meines Wellensittichs geschrieben – in einem Zeichenblock, in dem immer gerade so drei Zeilen auf eine Seite gepasst haben. Ein Kapitel ging etwa so: „Heute gab es Bohnensuppe. Bubi setzte sich in den Teller. Ich musste lachen.“
2.) In welchem Genre bis du schriftstellerisch unterwegs?
Ich bin Satiriker, würde ich sagen. Ich schreibe überwiegend Kolumnen und Spottgedichte – über Menschen, Tiere und Würste. Aber es gab auch schon ein Kinderbuch und einen Krimi. Nur sind beide Bücher auch eher komisch geraten. Das ließ sich nicht vermeiden.
3.) Wie findest du Ideen für neue Geschichten?
Ich schreibe über das, was ich erlebe oder was mich packt und wirklich interessiert. Ich greife das Erlebte auf und spitze es dann zu, bis es einen neuen Dreh kriegt. Themen gibt es überall, und sie können einen überall einholen. Ich suche gar nicht so sehr danach, sie kommen zu mir.
4.) Was ist dir beim Erzählen deiner Geschichten besonders wichtig?
Ich möchte unbedingt verstanden werden. Also darf man nie zu viel voraussetzen, sondern muss die Leserin und den Leser oder die Zuhörerin und den Zuhörer immer schön mitnehmen. Und ich mag es, wenn eine Pointe zündet und alle lachen. Ja, ich bringe das Publikum gern zum Lachen.
5.) Wie heißt deine aktuellste Veröffentlichung?
Das ist diesmal ein ganz anderes Buch. Es heißt „Das kannst du voll vergessen! Ein Demenz-Report“ und erzählt davon, wie ich mich vier Wochen lang um meinen dementen Vater kümmere, obwohl ich gar keine Ahnung davon habe. Das Buch ist sehr persönlich, aber nicht tieftraurig. Keine Bange! Der Humor geht nicht verloren, es ist vielleicht Galgenhumor.
6.) Schreibst du gerade an einem Projekt? Falls ja, wann können wir es im Buchhandel finden?
Es gibt einige Ideen, aber ich lasse die erst reifen. Ich bin beim Schreiben ziemlich gemütlich und gehe es langsam an. Aber wenn es mich dann packt, ziehe ich tagelang und nächtelang durch. Dafür bin ich live zu erleben. Es stehen einige Lesungen an, zum Beispiel aus meinem Best-Of-Buch „Das Kudernatsch Kompott“. Das gibt’s wirklich, dieses Best Of, obwohl ich noch gar nicht tot bin.
7.) Und wo finden wir dich online (Social Media, Webseite)?
Ich habe endlich eine aufgeräumte Homepage, auf der man alle Termine und Werke findet: www.kudi.de. „Kudi“ kommt natürlich von „Kudernatsch“ – aber meinen Namen hat nie jemand richtig geschrieben, das läuft bei „Kudi“ besser. Bei Facebook und bei Instagram bin ich auch. Da zeige ich zum Beispiel Bilder vom Wandern, so als Bonus zu meinem Buch „Du wirst nicht alt im Thüringer Wald“.